• tom28767

Kamikaze statt Kompetenz

Aktualisiert: 13. Aug 2021

Warum die missglückte Greenpeace-Aktion am 15.6.2021 bei der Fussball Europameisterschaft tief blicken lässt.



Jeder Terrorist weiss seit gestern, wie man in Deutschland erfolgreich einen Anschlag durchführen kann:

Man mietet ein Sportflugzeug und beklebt es groß mit dem Schriftzug „Greenpeace“-, dem Logo von „Fridays for Future“- oder mit der Regenbogenfahne. Mit diesem Flugzeug fliegt man dann im Tiefflug über eine möglichst große Menschenmenge und wirft dabei eine bunte Bombe in lustiger Kugelform ab. Auf diese Bombe hat man vorher, zur Tarnung, eine gesellschaftskritische Forderung gepinselt.

Ein Terrorist kann sich dabei sicher sein, dass eventuell anwesende Sicherheitskräfte nicht schiessen werden. Weil nicht nur die Sicherheitskräfte davon ausgehen, dass diese Aktion eine „gute“ ist ... sich also für eine positive, gesellschaftliche Veränderung einsetzt. Genügend Zeit für den ausgebuffter Terroristen eine Sprengstoffladung zu zünden und im entstehenden Chaos wieder zu verschwinden.

Wer diese Darstellung für übertrieben hält, dem empfehle ich sich die Szene mit dem Greenpeace-Paraglider vor dem Beginn der Europa-meisterschaftspartie Deutschland-Frankreich am Dienstag anzu-schauen.

Ein Vorfall, der ist vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist.


Es war nicht nur seltsam, dass die Sicherheitskräfte - Gott sei Dank- nicht sofort auf den Kamikaze-Piloten geschossen haben, sondern vor allem machte die völlige Unbedarftheit von Greenpeace sprachlos, die einen ihrer Mitstreiter einer potentiell tödlich Gefahr ausgesetzt hat.

Damit ist nicht das offensichtlich begrenzte technische und auch fliegerische Können des Piloten gemeint, sondern die unfassbare politische Unbedarftheit der Verantwortlichen, eine solche Aktion im Zeitalter des internationalen Terrorismus überhaupt zu erdenken.

Diese Unbedarftheit tritt bedauerlicher Weise nicht nur bei Greenpeace, sondern regelmässig dann auf anderer politischer und gesell-schaftlicher Ebene auf, wenn es um Umwelt- oder um engagierte sozialpolitische Themen geht.

Ob es nun die Spitzenkandidatin der Grünen ist, die in oft schnodderigen Twen-Slang und mit zahlreichen Versprechern garniert,


meint eine ökologische ansprechende Politik an den Bürger bringen zu können oder die junge Repräsentantin von Fridays for Future, die zwar forsch, aber nicht immer eindeutig belegbar, harte Vorwürfe in die Gesellschaft zu schiessen pflegt: Man bekommt beim Thema Umwelt zunehmend den Eindruck von woker Unbedarftheit.

Wenn man es positiv ausdrücken möchte könnte man sagen: Oft viel Engagement - aber auch oft wenig Professionalität. Eine fast schon infantil zu nennende Vorgehensweise bei einem so wichtigen Thema wie Umweltschutz ist jedoch fatal.


Bei den Herausforderungen des sich verändernden Klimas und dem komplizierten Verhältnis zwischen Wirtschaftlichkeit und Ökologie muss höchstes Fachwissen und höchste Professionalität zum Zug kommen. Unsere fähigsten Wissenschaftler, die besten Ökonomen und die versiertesten Politiker werden miteinander um einen Weg ringen müssen, der die gesellschaftliche Belastung gering hält, und gleichzeitig die ökologische Veränderung möglichst effektiv anstößt. Das gelingt sicherlich weder mit flapsigen Aktionen noch mit dogmatischen Programmen. Außerdem nicht gebrauchen kann unsere Gesellschaft eine manchmal schon grotesk anmutende Unbedarftheit, die sich gerne in jugendlichem und/oder idealistischen Aktionismus äußert. Es muss vielmehr mit höchster Konzentration und mit einem Maximum an gesellschaftlicher Sensibilität aufgeklärt, und für einen ökologischeren Weg unserer Gesellschaft geworben werden.


Kamikaze ist da der völlig falsche Weg. Genauso wie das Klauen von Autoschlüsseln, das öffentliche zur Schau stellen von gravierenden, politischen Wissenslücken oder das meist panisch wirkende Canceln von vermutlich Andersdenkenden. Unsere Umwelt braucht vielmehr eine undogmatische, professionelle Rettungsaktion, die alle Möglichkeiten der technischen Entwicklungen und die Dynamik eines freien Marktes mit einbezieht. Dazu gehört unter anderem auch die inzwischen deutlich weiter entwickelte Kernkraft, wie sie von Joe Biden in den USA bereits zielstrebig angegangen wird.


Greenpeace hat am Dienstag unfreiwillig deutlich gezeigt, wie man es auf keinen Fall in Zukunft machen sollte: mit unreifem Kamikaze Aktionismus das Bestehende gefährden.

Unsere Gesellschaft und unsere hoch innovative Wissenschaft hat


nämlich durchaus die Kraft an der Lösung des Umwelt-Problems effektiv mitzuarbeiten. Und dabei auch, wenn unsere Politik es klug gestaltet, wirtschaftlich nicht zu leiden.

Dies, und nicht die große Show, sollte für die Natur und für uns Menschen der Weg in eine lebenswerte Zukunft sein.



© Tom Bohn, Landsberg, 16.6.2.2021

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